Sprachkurs und Sozialarbeit mit Kindern in Guatemala – Erfahrungsbericht von Mirjam
Donnerstag, 22. März 2012Mirjam war 8 Wochen in Guatemala und hat dort erst einen Monat Spanisch gelernt und dann als Freiwillige mit Kindern gearbeitet. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen in Südamerika:
Obwohl ich mir vor meiner Abreise nicht allzu viele Vorstellungen gemacht habe, da ich weiß, dass sowieso immer alles anders kommt, als man denkt, habe ich mir Guatemala, insbesondere Antigua nicht so modern vorgestellt, wie es tatsächlich war.
Ich hatte eine wundervolle Zeit in Guatemala, weil ich eine super Gastfamilie hatte, mit der ich auch etwas unternehmen konnte, tolle Lehrerinnen die mir Spanisch beigebracht haben und sehr viele coole Leute kennengelernt habe.
Im ersten Monat ging ich zur Sprachschule, welche 5min von meinem Haus entfernt war. Um 7 Uhr stand ich auf, duschte, machte mich schön für den neuen Tag, frühstückte und ging zur Schule. Dann hatte ich 4 Stunden Spanisch-Unterricht und um 1 Uhr gabs zu Hause Mitagessen.
Am Nachmittag habe ich manchmal an Aktivitäten teilgenommen, gelernt, gelesen, Gitarrenunterricht genommen, Salsa tanzen gelernt oder mit Freunden/Gastgeschwistern etwas unternommen.
Um 7 Uhr gab es dann Abendessen und danach bin ich meistens eine Weile mit meiner Familie zusammen gesessen. Am Abend bin ich oft mit meinen Gastgeschwistern ausgegangen, trinken, tanzen, Billard spielen, Kino… alles was das Herz begehrt.
Im zweiten Monat, als ich im Projekt war, konnte ich meine Arbeitszeiten selbst wählen und habe darum oft morgens frei gehabt. In dieser Zeit war ich z.B. oft auf dem Markt und habe eingekauft.
Oft habe ich auch Ausflüge durch das wunderbare Land gemacht und einer der schönsten Momente für mich war, auf dem Tempel in Tikal zu sitzen, den unglaublichen Ausblick zu genießen und sich vorzustellen, wie es wohl früher hier war.
In meinem Sozialprojekt habe ich sehr viele gute Erfahrungen gemacht. Ich konnte selbstständig arbeiten, mich mit den Kindern beschäftigen und habe viel gelernt- auch wenn die Hygieneverhältnisse nicht den europäischen Standards entsprachen.
Das Gefühl ist unbeschreiblich, wenn die kleinen Kinder einen mit großen Augen anschauen und dich nicht mehr los lassen wollen.
Sie wachsen einem so schnell ans Herz und es fiel mir wirklich schwer, mich zu verabschieden. Ich bin mir nun sicher, mit Kindern arbeiten zu wollen.
Ich bin auch sehr sensibilisiert worden für diese neue Kultur und es war sehr spannend, Einblicke von den Lebensumständen in Guatemala zu bekommen. Meistens lebt die ganze Familie in einem Zimmer, es gibt aber auch Familien, bei denen jeder sein eigenes Zimmer hat. Die Unterschiede sind einfach viel extremer als bei uns, in allen Belangen…
Ich würde auf jeden Fall sagen, dass dieser Aufenthalt mich weitergebracht hat. Ich kann jetzt spanisch sprechen und habe sehr viel Lebenserfahrung gesammelt. Außerdem habe ich mich durch Praktikawelten immer gut betreut gefühlt und das Team vor Ort war wirklich sehr herzlich!
Ich kann euch nur raten – lasst euch auf eine neue Kultur ein und genießt es einfach! Man sollte offen und flexibel sein für Veränderungen!
