Archiv für 'Argentinien'

Erfahrungen mit Praktikawelten von Alexander – Freiwilligenarbeit in Argentinien

Mittwoch, 28. April 2010

Hier kannst du den Erfahrungsbericht von Alexander A. über seine Zeit während seiner viermonatigen Freiwilligenarbeit in einem Waisenhaus in Argentinien lesen:

“Von dem Projekt habe ich mir erwartet, dass ich etwas über die Kultur Südamerikas lernen und viel Kontakt zu Einheimischen haben würde. Dadurch habe ich natürlich auch gehofft, dass ich gute Grundkenntnisse in Spanisch erwerben könnte.

Meine Vorkenntnisse über das Land Argentinien waren begrenzt wodurch ich mich mehr oder weniger habe überraschen lassen was auf mich zukommt.

Eine wichtige Erfahrung, die ich während meinem Praktikum gemacht habe ist, dass materielle Dinge nicht alles bedeuten und dass man auch ohne Geld gut und glücklich aufwachsen und leben kann. Es war für mich sehr wertvoll, dass ich durch mein Projekt erfahren konnte wie das gewöhnliche Leben in Argentinien bzw. Südamerika aussieht und abläuft. Ansonsten war ich vor allem von der Offenheit und Freundlichkeit der Argentinier beeindruckt.

In meinem Projekt im Waisenhaus konnte ich auswählen ob ich zum Beispiel mit den Kindern spiele, oder ob ich handwerkliche Tätigkeiten ausrichten wollte. Diese beiden Optionen waren eine sehr gute Abwechslung zu dem normalen Schulalltag den ich die letzten Jahre hatte. Außerdem waren die Leute, mit denen ich zusammengearbeitet habe, sehr freundlich, offen und nett.

Mein Arbeitstag fing immer um circa 9.30 Uhr an. Wir haben dann meistens Zimmer gestrichen oder andere Dinge im Haus repariert. Um circa 12.30 Uhr gab es Mittagessen mit allen Kindern des Waisenhauses. Danach war bis 15.30 Uhr Zeit um etwas mit den Kindern zu unternehmen. Wir haben meistens Fußball oder Karten gespielt. Nach der Mittagspause ging es dann weiter mit der Arbeit, die wir am Vormittag angefangen hatten. Man konnte aber immer selbst auswählen ob man lieber körperliche Arbeit verrichtet, oder ob man mit den Kindern spielen wollte. Da man in Argentinien normalerweise sehr spät zu Abend isst gab es zwischen 18.00 und 19.00 Uhr für alle Bewohner des Waisenhauses Milch oder Tee und eine Kleinigkeit zu essen, um die Zeit bis zum Abendessen zu verkürzen. Dies bereiteten wir dann immer so ab 17.30 Uhr vor. Nach der Teezeit war mein Arbeitstag dann normalerweise beendet. Bei allen Arbeiten und auch bei der Dauer der Arbeit wurde es einem immer selbst überlassen in welchem Maße man mitarbeiten wollte.

In meiner Freizeit und vor allem am Wochenende habe ich viel mit den anderen Teilnehmern unternommen. Wir sind oft gemeinsam abends in die Bars und Clubs Cordobas gegangen und haben so das Nachleben erkundet. An langen Wochenenden haben wir immer mal wieder Reisen zu sehenswerten Orten oder anderen großen Städten Argentiniens unternommen. Ansonsten war es natürlich immer eine sehr gute Erfahrung wenn man sich mit Einheimischen getroffen hat, die man im Laufe der Zeit kennengelernt hat. Auch mit denen war das gemeinsame Weggehen, oder die gemeinsamen Abendessen immer sehr lustig.

Die gemeinsamen Reisen mit den anderen Teilnehmern waren sehr schön und interessant. Vor allem die Reise nach Iguazu (Brasilien) und nach Buenos Aires waren sehr eindrücklich. Auch die Besuche von Fußballspielen sowohl in Cordoba als auch Buenos Aires waren definitiv Highlights des Aufenthaltes. Außerdem war die Zeit in meiner Praktikumsstelle zu jeder Zeit sehr lustig. Dort habe ich sehr viele schöne Momente gehabt an die ich mich zurückerinnern kann.

Vor allem die Mentalität und die Lebensweise der Argentinier unterscheiden sich sehr stark von der der Deutschen und wahrscheinlich auch der Europäer insgesamt. Was esrtmal ein bisschen negativ auffällt ist, dass die Argentinier generell ein bisschen unzuverlässiger und unorganisierter sind wie wir es bei uns gewohnt sind. Dies ist definitiv ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Durch diese eigentlich negativen Aspekte ist das Leben in Argentinien insgesamt viel lockerer und gelassener, was mir sehr gut gefallen hat. Außerdem sind die Leute meiner Meinung nach sehr viel offener und freundlicher. Die Mentalität zeichnet sich dadurch aus dass die Menschen sehr lebenslustig sind.

Zur Betreuung durch Praktikawelten kann ich sagen, dass alle Mitarbeiter der Organisation bei allen Fragen die ich hatte sehr hilfsbereit und sehr gut informiert waren. Auch die Aufenthaltsunterlagen und die Informationen waren präzise und hilfreich. Sowohl die telefonische Bereitschaft und Auskunft als auch die Kommunikation per Email verlief sehr gut und vor allem schnell und problemlos. Das Team vor Ort Bei war echt hilfsbereit bei allen Fragen die ich hatte. Ich war sowohl mit der Unterbringung in der Gastfamilie als auch mit dem übrigen Service zufrieden. Die Änderung des Flugtickets wurde zum Beispiel problemlos von dem Team vor Ort erledigt.

Mein Auslandsaufenthalt in Argentinien war definitiv eine sehr gute und wichtige Erfahrung. Durch den Umgang mit den Einheimischen und durch die Arbeit in meiner Praktikumsstelle habe ich viel über die dort lebenden Menschen gelernt. Das Wohlstandsniveau in Argentinier ist insgesamt niedriger als in Deutschland und man wird im alltäglichen Leben sehr viel mehr mit Armut konfrontiert, als man es sich hier gewohnt ist. Vor allem diese Erfahrung war sehr lehrreich. Außerdem wurde einem dadurch klar, dass man auch mit Weniger zufrieden sein kann und ein bisschen sparsamer leben kann.

An zukünftige Freiwillige habe ich nur den Tipp, dass sie bei ihrem Aufenthalt vor allem sehr offen und unvoreingenommen sein sollen. Außerdem muss man sich vor seiner Reise klar sein, dass viele alltägliche Dinge in Argentinien anders sind und dass man dadurch auch oft Kompromisse eingehen muss.”

Möchtest du auch einen Erfahrungsbericht über deinen Auslandsaufenthalt in Lateinamerika veröffentlichen? Schick ihn uns einfach per Email an info@freiwilligenarbeit-lateinamerika.de

Erfahrungsbericht von Olivia – Freiwilligenarbeit in Argentinien

Montag, 6. Juli 2009

Olivia hat Freiwilligenarbeit im Bereich Sozialwesen in Argentinien geleistet:

„Abi in der Tasche und ab in die große weite Welt – ich wollte das auch. Warum meine Entscheidung letztendlich auf Argentinien fiel, weiß ich nicht, aber ich habe es zu keinem Zeitpunkt meines Aufenthalts in Cordoba bereut. Ich habe zuvor wenige Erwartungen an den Aufenthalt gestellt, wollte das Ganze lieber auf mich zukommen lassen.

Mein Projekt hat mir wahnsinnig gut gefallen. Die Leute mit denen ich im Kindergarten gearbeitet habe, sind nach einiger Zeit zu guten Freunden geworden. Anfangs hat es mich gestört, mit so vielen Deutschen zusammen in dem Freiwilligenhaus zu wohnen, weil das dem Spanischlernen ein wenig im Wege steht. Aber nach kurzer Zeit hatte ich genug Kontakt zu Argentiniern. mit denen ich reden konnte.

Ich fing meistens erst um elf Uhr an zu arbeiten, musste allerdings etwa eine dreiviertel Stunde zur Arbeit fahren. Dort angekommen spielten ich und eine andere Praktikantin mit den Kindern, die zwischen sieben und elf Jahren alt waren. Die Kinder waren wirklich froh, jemanden zu haben, der sich nur mit ihnen beschäftigt und sich auch mal ein paar Spiele für sie ausdenkt. Ich bekam bei meiner Arbeit auch Mittagessen, danach war Aufräumen und wieder Spielen angesagt. Etwa gegen fünf Uhr fuhr ich nach Hause. Zwei Wochen lang habe ich den Kindergärtnerinnen auch beim Renovieren des Gebäudes geholfen, die Wände mussten gestrichen werden, ein paar Zeichnungen und Bastelarbeiten kamen auch noch dazu. Leider kam ich gerade in der Ferienzeit an, das heißt es waren immer relativ wenige Kinder da.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen in Südamerika um einiges herzlicher, offener und interessierter an Fremden und vor allem Ausländern sind als Deutsche. Allerdings habe ich gehört, dass die Offenheit der Menschen sich noch in Grenzen hält, wenn man eine wirklich andere Umgangsform erleben möchte, solle man nach Peru oder Bolivien reisen. Außerdem ist mir aufgefallen, wie einfach es eigentlich ist, sich in einem fremden Land zurechtzufinden und wohl zu fühlen, sofern man netten Leuten begegnet.

Mir sind nur nette und offene Leute begegnet, die sehr gastfreundlich sind. Alle, zu denen ich ein wenig mehr Kontakt hatte, haben mich wieder zu sich nach Hause eingeladen.

In den ersten vier Wochen hatte ich auch viel Zeit, um das Land und die Stadt ein wenig kennen zu lernen. Cordoba ist keine Touristenstadt, hat aber trotzdem sehr schöne Ecken zu bieten. Vor allem den Künstlermarkt am Samstag und Sonntag sollte man nicht auslassen. Ich habe dort bestimmt 500 Pesos ausgegeben, man kann an diesen wunderschönen Sachen (Taschen, Gürtel, Schmuck, Klamotten – alles in Handarbeit) einfach nicht vorbei laufen. Und man sollte auf jeden Fall einige Reisen einplanen, wenn man in dieses riesige Land kommt.

Was mich am meisten beeindruckt hat, war Buenos Aires. Die Stadt besitzt unglaublich viel Energie, immer ist irgendwas los, die Nacht hört erst um neun Uhr morgens auf und es gibt einfach wahnsinnig viel zu sehen. Nur die langen Strecken, die man mit dem Bus überwinden muss, nerven ein wenig.

Salta, eine Provinz im Norden Argentiniens hat mich ebenso beeindruckt. Die Fahrt in die Salzwüste und die Berge, die alle Farben von Grün über Blau, Rot, Orange und Gelb aufweisen, werde ich nicht vergessen.

Die Betreuung durch die Organisation hat mir sehr gut gefallen, weil wirklich alle Fragen, die mich beschäftigt haben, geklärt werden konnten. Außerdem fand ich die Mädels am Telefon immer sehr nett, auch wenn ich manchmal 5 mal am Tag angerufen habe, verloren sie nie die Geduld. Auch die Infomappe enthielt alle Infos, die ich brauchte.

Mein Aufenthalt hat mir sehr gut gefallen, ich würde es jederzeit wiedermachen. Ich habe das Gefühl, ein wenig selbstständiger geworden zu sein und natürlich ist es auch gut, die Spanischkenntnisse gewonnen zu haben. Und ich habe festgestellt: Sobald man alleine reist, und vor allem in ein fremdes, weit entferntes Land, in dem man die Sprache nicht kennt, ist eine Organisation wie Praktikawelten sehr, sehr hilfreich.“

Der Auslandsaufenthalt wurde von Praktikawelten organisiert.

Erfahrungen mit Praktikawelten von Hanna – Freiwilligenarbeit in Argentinien

Montag, 9. Februar 2009

Hanna hat 12 Wochen Freiwilligenarbeit im Bereich Reittherapie in Argentinien geleistet:

„Als ich auf der Farm angekommen bin, habe ich geholfen die Pferde zu tränken und für die Reitstunden der nicht behinderten Kinder vorzubereiten, d.h. Pferde putzen und satteln.
Danach kamen dann nach und nach immer wieder Reitschüler, die ich dann auch teilweise mitbetreut habe in den Reitstunden.
Nach den Stunden, bei denen ich auch öfters mit reiten durfte, wurden dann die Pferde von mir und den Arbeitern dort wieder versorgt und in die Ställe gebracht.
Ich habe auf jeden Fall gemerkt, wie sehr der Kontakt mit den Pferden den Menschen gut getan hat, sie beruhigt hat und gleichzeitig aufleben lassen hat. Ich habe sehr viel Ruhe und Geduld aus diesem Projekt mitgenommen.

Meine Erfahrungen, die ich gesammelt habe sind, dass die Argentinier alle ein bisschen gemütlicher sind. Die Einheimischen in Argentinien sind alle sehr freundliche Leute, die, obwohl sie selbst fast nichts haben, gerne mit einem teilen. Oft bin ich zu Asados oder auf einen Mate eingeladen worden. Viele interessierten sich auch sehr für die deutsche Kultur und so haben wir uns immer in interessanten Gesprächen ausgetauscht.

Für mich als Europäerin ist es erstaunlich, wie die Menschen dort aus dem bisschen oder nichts, was sie haben, so viel für sich herausholen können und ich habe mich mit den Einheimischen sehr wohl gefühlt, da die Gastfreundlichkeit und Menschlichkeit eine ganz andere ist, als man es aus Europa gewohnt ist!

Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung die ich keine Sekunde bereut habe und ich würde es jeden empfehlen!
Mein Aufenthalt hat mich in meinem Leben und in meinen Entscheidungen auf jeden Fall ein großes Stück weitergebracht!“

Mehr Informationen über Freiwilligenarbeit in Argentinien findest Du hier.