Erfahrungsbericht von Olivia – Freiwilligenarbeit in Argentinien
Montag, 6. Juli 2009Olivia hat Freiwilligenarbeit im Bereich Sozialwesen in Argentinien geleistet:
„Abi in der Tasche und ab in die große weite Welt – ich wollte das auch. Warum meine Entscheidung letztendlich auf Argentinien fiel, weiß ich nicht, aber ich habe es zu keinem Zeitpunkt meines Aufenthalts in Cordoba bereut. Ich habe zuvor wenige Erwartungen an den Aufenthalt gestellt, wollte das Ganze lieber auf mich zukommen lassen.
Mein Projekt hat mir wahnsinnig gut gefallen. Die Leute mit denen ich im Kindergarten gearbeitet habe, sind nach einiger Zeit zu guten Freunden geworden. Anfangs hat es mich gestört, mit so vielen Deutschen zusammen in dem Freiwilligenhaus zu wohnen, weil das dem Spanischlernen ein wenig im Wege steht. Aber nach kurzer Zeit hatte ich genug Kontakt zu Argentiniern. mit denen ich reden konnte.
- Freiwilligenarbeit Argentinien
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Ich fing meistens erst um elf Uhr an zu arbeiten, musste allerdings etwa eine dreiviertel Stunde zur Arbeit fahren. Dort angekommen spielten ich und eine andere Praktikantin mit den Kindern, die zwischen sieben und elf Jahren alt waren. Die Kinder waren wirklich froh, jemanden zu haben, der sich nur mit ihnen beschäftigt und sich auch mal ein paar Spiele für sie ausdenkt. Ich bekam bei meiner Arbeit auch Mittagessen, danach war Aufräumen und wieder Spielen angesagt. Etwa gegen fünf Uhr fuhr ich nach Hause. Zwei Wochen lang habe ich den Kindergärtnerinnen auch beim Renovieren des Gebäudes geholfen, die Wände mussten gestrichen werden, ein paar Zeichnungen und Bastelarbeiten kamen auch noch dazu. Leider kam ich gerade in der Ferienzeit an, das heißt es waren immer relativ wenige Kinder da.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen in Südamerika um einiges herzlicher, offener und interessierter an Fremden und vor allem Ausländern sind als Deutsche. Allerdings habe ich gehört, dass die Offenheit der Menschen sich noch in Grenzen hält, wenn man eine wirklich andere Umgangsform erleben möchte, solle man nach Peru oder Bolivien reisen. Außerdem ist mir aufgefallen, wie einfach es eigentlich ist, sich in einem fremden Land zurechtzufinden und wohl zu fühlen, sofern man netten Leuten begegnet.
Mir sind nur nette und offene Leute begegnet, die sehr gastfreundlich sind. Alle, zu denen ich ein wenig mehr Kontakt hatte, haben mich wieder zu sich nach Hause eingeladen.
In den ersten vier Wochen hatte ich auch viel Zeit, um das Land und die Stadt ein wenig kennen zu lernen. Cordoba ist keine Touristenstadt, hat aber trotzdem sehr schöne Ecken zu bieten. Vor allem den Künstlermarkt am Samstag und Sonntag sollte man nicht auslassen. Ich habe dort bestimmt 500 Pesos ausgegeben, man kann an diesen wunderschönen Sachen (Taschen, Gürtel, Schmuck, Klamotten – alles in Handarbeit) einfach nicht vorbei laufen. Und man sollte auf jeden Fall einige Reisen einplanen, wenn man in dieses riesige Land kommt.
Was mich am meisten beeindruckt hat, war Buenos Aires. Die Stadt besitzt unglaublich viel Energie, immer ist irgendwas los, die Nacht hört erst um neun Uhr morgens auf und es gibt einfach wahnsinnig viel zu sehen. Nur die langen Strecken, die man mit dem Bus überwinden muss, nerven ein wenig.
Salta, eine Provinz im Norden Argentiniens hat mich ebenso beeindruckt. Die Fahrt in die Salzwüste und die Berge, die alle Farben von Grün über Blau, Rot, Orange und Gelb aufweisen, werde ich nicht vergessen.
Die Betreuung durch die Organisation hat mir sehr gut gefallen, weil wirklich alle Fragen, die mich beschäftigt haben, geklärt werden konnten. Außerdem fand ich die Mädels am Telefon immer sehr nett, auch wenn ich manchmal 5 mal am Tag angerufen habe, verloren sie nie die Geduld. Auch die Infomappe enthielt alle Infos, die ich brauchte.
Mein Aufenthalt hat mir sehr gut gefallen, ich würde es jederzeit wiedermachen. Ich habe das Gefühl, ein wenig selbstständiger geworden zu sein und natürlich ist es auch gut, die Spanischkenntnisse gewonnen zu haben. Und ich habe festgestellt: Sobald man alleine reist, und vor allem in ein fremdes, weit entferntes Land, in dem man die Sprache nicht kennt, ist eine Organisation wie Praktikawelten sehr, sehr hilfreich.“
Der Auslandsaufenthalt wurde von Praktikawelten organisiert.



